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Kampfkunst

Kampfkunst

Unter dem Begriff Martial Arts werden Kampfsportarten und Kampfkünste zusammengefasst, die so alt sind wie die Menschheit selbst. Es gibt Dutzende verschiedene Arten und Stile, vor allem der asiatische Raum ist bekannt für eine Vielzahl von Arten. Früher dienten Martial Arts als Vorbereitung zum Krieg, darum stehen in althergebrachten traditionellen Stilen oft Waffen im Vordergrund. Oft beinhalten Martial Arts auch geistige, philosophische sowie religiöse Aspekte und sie dienen natürlich ebenfalls als Körpertraining. Heute liegt der Fokus auf Selbstverteidigung (mit Ausnahme der Techniken, die das Militär verwendet), oft unbewaffnet als letzte Verteidigungsmöglichkeit. Neben dem Militär werden auch auch Polizisten, Personenschützer oder Türsteher darin ausgebildet. Es gibt weiche und harte Stile, weiche sind langsamer und unspektakulärer, harte dynamischer und schneller, teils sogar akrobatisch. Einige Stile fokussieren Beinarbeit, andere Ellbogen und Knie, wieder andere die Fäuste. Unterschieden wird zwischen Kampfsport und Kampfkunst: Kampfsport ist das Erlernen von Techniken und das sportliche Messen im Wettkampf (ohne Kontakt, leichter Kontakt, Vollkontakt), Kampfkunst bildet den Charakter, fördert Disziplin und führt zur Vervollkommnung eines Stils (Techniken, Abläufe, Prinzipien).

Kampf

Spielerische Kämpfe oder sportliche Wettkämpfe beinhalten Regeln, Ehre und Etikette, meist sind sie auf Grad (welchen Rang jemand hat) oder Gewicht abgestimmt. Auf der Strasse oder beim Militär sieht dies natürlich anders aus, da gibt es keine Regeln - wer einen Fehler des anderen ausnutzen kann oder schneller ist mit seinem Gegenangriff gewinnt. Ohne Regeln heisst auch, dass unfaire Tricks angewendet werden, auf das sollte man immer vorbereitet sein. Auch sollte man einen Kampf nie mit Emotionen beladen, sondern ruhig und besonnen auf die durch regelmässiges Training erlangten Instinkte vertrauen. Wichtig für das Training ist die Praxisorientierung für den Kampf und eine effiziente Kraftnutzung, dazu Geschwindigkeit und Ausdauer sowie ein gutes Körpergefühl mit solidem Gleichgewicht. Ein Kampftraining ist nie ein Disput, sondern einen Dialog respektive ein fliessender Austausch von Angriffen und Verteidigungen, Aktionen und Reaktionen.

Zitate

Was ich nicht wünsche, dass mir geschieht, das tue ich auch keinem anderen an. (Konfuzius)
Der beste Kämpfer ist nie wütend. (Lao Tzu)
Fallen ist keine Schande, aber liegenbleiben. (Demokrit)
Bei einem Kampf kommt es nicht auf die Grösse des Hundes an, sondern auf die Grösse des Kampfes im Hund. (Unbekannt)

IndianZ

Kampfsport und Kampfkunst begleitet mich schon seit langer Zeit. Ich habe neben der Nahkampfausbildung im Militär auch 7 Jahre Judo, 3 Jahre Kickboxen, diverse Trainings zum Kampf mit Klingenwaffen (Schwert, Messer, Karambit), etwas Escrima-Stockkampf sowie 2 Jahre Wing Tsun trainiert. Besonders begeistert mich die Dynamik der Bewegung (Flow) und das Körpergefühl bei der Ausübung, der sportlichen Herausforderung und Selbstverteidigungsaspekten.

Gesetz

In der Schweiz gelten die folgenden wichtigen Gesetze zum Einsatz von Martial Arts:
Nicht strafbar: Notwehr (wenn eigenes Leib und Leben bedroht wird)
Nicht strafbar: Notstand (wenn jemand anders bedroht wird)
Strafbar: Unterlassung Hilfeleistung (wenn nicht geholfen wird)
Nicht unbedingt strafbar: Affekthandlung (wenn übermässig reagiert wird, Kontrollverlust)
Wichtig: aussagekräftige Zeugen, Melden bei der Polizei, im Zweifel Anwalt hinzuziehen

5 Kampfdistanzen

Fusstritt
Faustschlag
Knie und Ellbogen
Werfen, Gegenwerfen und Hebeln
Bodenkampf, Hebeln und Würgen

5 Gefahrencodes (John Dean Cooper, US Marines)

Weiss: entspannter Zustand (zuhause)
Gelb: entspannte Aufmerksamkeit (unterwegs)
Orange: unspezifischer Alarm (verdächtige Person, Szenarien durchspielen)
Rot: potentiell tödliche Gefahr (Vorbereitung Abwehrmassnahmen)
Schwarz: tödlicher Angriff unterwegs (Blitzabwehr mit aller Härte)

Ablauf Ritualkampf

1) Blickkontakt → Blickkontakt eher vermeiden
2) Rhetorische Phase (beschimpfen, provozieren) → deeskalieren und nicht provozieren lassen
3) Mit dem Finger zeigen, schubsen → distanzieren und nicht darauf eingehen
4) Kurvige Angriffe (Schwinger, Heumacher) → wenn möglich mit Gegenangriff zuvorkommen
5) Wenn der Gegner am Boden liegt: Treten zum Kopf → sich schützen (Kopf, Weichteile, Rücken) und schnell wieder aufstehen

4 Kompetenzstufen

1) Unbewusste Inkompetenz → weiss nicht, dass er es nicht tut, glaubt es aber
2) Bewusste Inkompetenz → weiss, dass er es nicht kann
3) Bewusste Kompetenz → kann es unter Konzentration
4) Unbewusste Kompetenz → kann es jederzeit instinktiv

Vermeidung

Kämpfe können normalerweise vermieden werden, entweder durch Deeskalation oder Flucht. Oft eskalieren verbale Konflikte zu einem Kampf, sobald Alkohol, Frauen oder ein besonders grosses Ego im Spiel sind. Man sollte immer auf seinen Eigenschutz bedacht sein (Rückendeckung), den Agressor niemals anfassen, ihm immer eine Fluchtmöglichkeit geben, Distanz zu ihm halten, ihm nie den Rücken zudrehen und das Umfeld im Auge behalten. Es ist empfohlen, keine schnellen oder provozierenden Bewegungen zu machen, ruhig und entschlossen sprechen, keine Beleidigungen anbringen und immer sachlich bleiben. Der Blick sollte entschlossen aber nicht aggressiv sein, kein Lächeln aber auch nicht böse schauen. Provokationsgesten sind unbedingt zu vermeiden: Macho-/Mackerhaltung, Zeige- oder Stinkefinger, Arme verschränken. Wenn der Gegner nicht ablässt, sollte man ihn mit einer lauten (!) verbalen Aufforderung warnen: 'Halt! Geh zurück!' oder 'Halt! Lass mich in Ruhe!'.

Selbstverteidigung

Wenn es dennoch zu einem Kampf kommt, empfiehlt es sich, anfänglich eher unsicher und verängstigt zu wirken, bevor man dann explosionsartig, entschlossen und kompromisslos reagiert. Mit allem muss gerechnet werden, deshalb sollte man auch alle zur Verfügung stehenden Mittel anwenden. Das Ziel ist, den Kampf möglichst schnell zu beenden (normalerweise geht ein Kampf auf der Strasse im Schnitt etwa 9 Sekunden). Man muss sich bewusst sein, dass man bei einem Kampf auch oft selbst verletzt wird. Wer in einen Messerkampf gerät, der wird sicherlich selbst auch Schnittverletzungen davontragen. Allfällige Angst sollte man sich nie anmerken lassen, dagegen hilft tief und ruhig zu atmen und den Überblick in der Situation zu behalten.

DMaX Karambit

DMaX Karambit
DMaX Karmabit

Chi Kung

Chi (oder Qi) bezeichnet die Lebenskraft im Körper, mit Chi Kung wird deren Fluss harmonisiert und Blockaden darin gelöst. Es gibt verschiedene Ausprägungen von Chi Kung (auch Qi Gong), wo Formen (Bewegungsabläufe) trainiert sowie sensorische und kräftigende Übungen alleine oder mit Partner durchgeführt werden. Chi Kung schult Beweglichkeit, Gleichgewicht, Kraft und auch Meditation trainiert werden. Chi Kung kann als eine Art Heilgymnastik angesehen werden, wo traditionelle Kung-Fu-Bewegungselemente mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen über den Körper ergänzt wurden.

Dokumente

IndianZ_WingTsun.pdf
Yoga_Sonnengruss.pdf

Links

Hier eine Liste von interessanten Online-Ressourcen:

Martial Arts
Kampfkunst
Arts Martialis
Doug Marcaida
Karambit
WingTsun
Pekiti-Tirsia